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Klimaschutz & Nachhaltigkeit

Klimaschonende Klassenfahrten

Klimafreundlich mit dem Reisebus zur Klassenfahrt: Ein Plädoyer für den Bus, mal wieder

Über den Klimawandel wird viel diskutiert. Wenn nun selbst Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit demonstrieren, dann ist die Klimadebatte im Zentrum unserer Gesellschaft angekommen. Die junge Generation tritt für einen schonenderen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein. Das Thema Reisen ist dabei nur eines von vielen, ein wichtiges allemal. Da es sich bei Klassenfahrten auf der einen Seite um Reisen handelt, auf der anderen jedoch um schulische Pflichtveranstaltungen, bilden sie eine Schnittstelle: Nachdem in den ersten Bundesländern Bußgeldbescheide für das unentschuldigte Fehlen am Unterricht versendet wurden, weil Schüler*innen statt in den Unterricht lieber zu den „Fridays for Future“-Demonstration gegangen sind, ist es nun spannend zu beobachten, was passiert, wenn eben diese Schüler*innen die Klimafrage auch in Bezug auf Klassenfahrten stellen.

Spielt der Klimaschutz bei Klassenfahrten eine Rolle? Obwohl es keine alle zufriedenstellende Lösung zu geben scheint, gibt es Angebote. Die ersten Reiseveranstalter bieten bspw. sogenannte klimaneutrale Klassenfahrten an und integrieren Klimapakete als CO2-Kompensation in ihre Produkte. Ob dies ein erster Schritt hin zu klimaneutralen Reisen ist, mögen im Einzelfall die Schüler*innen und Lehrer*innen selbst entscheiden. Andere Anbieter vermarkten Klimaschutzprogramme. Sicherlich lässt sich im Einzelfall der ökologische Fußabdruck auch mit der Buchung spezieller nachhaltiger Klassenfahrten senken.

Klimaschutz und Klassenfahrten

Dabei können Schüler*innen heute wie gestern sehr einfach die Öko-Bilanz ihrer Klassenfahrt steigern. Für die Wissenschaft steht seit Jahren fest, dass vor allem Flugreisen das Klima schädigen.* Nach Zahlen des Umweltbundesamtes emittieren Reisebusse pro Personenkilometer ca. 30g CO2-Äquivalente, die Bahn bei normaler Auslastung im Fernverkehr 40g, das Flugzeug um die 200g.** Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Schulklasse, die mit dem Reisebus unterwegs ist, besonders umweltfreundlich und klimaschonend reist. Beim Vergleich von Bahn und Reisebus spielt auch die Auslastung eine wichtige Rolle: In den seltensten Fällen kann die Bahn, die nach festen Fahrplänen unterwegs ist, mit der Auslastung des Reisebusses mithalten, der für die jeweilige Klassenfahrt gechartert wird. Kurzum: Wenn Schulklassen mit dem Reisebus zur Klassenfahrt fahren, sind sie vergleichsweise klimafreundlich unterwegs. Das ist eine Tatsache, heute wie vor 30 Jahren. Es ist erfreulich, dass die Zahl der Lehrer*innen und Schüler*innen in letzter Zeit zunimmt, die nach Alternativen zu den Flugreisen fragen. Auch die Reiseveranstalter reagieren: Jugendtours bspw. bietet, wie unter Klimaschutz und Klassenfahrten nachzulesen ist, alle Klassenfahrten im Sortiment auch als Busreisen an (unabhängig davon, ob sie nach Madrid, Rom oder Edinburgh führen).***

Ein anderer wichtiger Punkt, um klimaschonend zu reisen, ist die Frage, wohin die Klassenfahrt führen soll. Warum planen Schüler*innen Reisen in weit entfernte europäische Städte, wenn eine Klassenfahrt auch in die Region führen könnte. Freilich Sprachreisen behalten auch in Zeiten der Klimadebatte ihre Berechtigung, auch sollte gerade Schüler*innen aus sozial schwächeren Familien im Rahmen einer schulischen Reise eine Auslandsfahrt möglich sein. Dennoch kann die Entfernung, die für Klassenfahrten zurückgelegt wird, oftmals deutlich reduziert werden. Großbritannien ist mit dem Reisebus erreichbar. Warum z.B. muss eine Klassenfahrt aber nach Lissabon oder Madrid führen, anstatt nach Straßburg oder Brüssel? Warum soll es nach Süditalien gehen, wenn auch der Gardasee oder die Toskana lohnende Reiseziele darstellen? Um die Lenk- und Ruhezeiten der Busfahrer*innen einzuhalten, benötigen Reisebusse aus Deutschland nach Süditalien oftmals einen dritten Busfahrer, was die Busreisen preislich gegenüber den Flugreisen nicht attraktiv macht.

Wenn die Klassenfahrt auch unter Klimagesichtspunkten und dem gesunden Menschenverstand bewertet würde, dann hätten wir eine andere Realität. Gerade weil die Schüler*innen durch die „Fridays for Future“-Demonstrationen den Klimafragen gegenüber sensibilisiert sind, sollten Flugreisen bei der Planung noch stärker hinterfragt werden, als sie es sowieso schon werden. In den meisten Fällen können Schulklassen auf Bus oder Bahn als Beförderungsmittel ausweichen, insbesondere dann, wenn die Debatte an den Schulen die Auswahl des Reiseziels mitberücksichtigt.


Wissenswertes zu Klimaschutz und Klassenfahrten:

*Lesenswert ist die Studie „Analyse der Umwelteinwirkungen verschiedener Reiseverkehrsmittel“ des ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg von 2009. Ein Kurzfassung für Mitglieder des RDA (Internationaler Bustouristik Verband) findet sich hier, um Klassenfahrten geht es auf Seite 9f.

**Umweltbundesamt 2017: Vergleich der durchschnittlichen Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr von 2017, hier lesen

***Auch in der Tagespresse finden sich zunehmend Beiträge über Schulen, die die Zahl der Flugreisen für Klassenfahrten begrenzen wollen. Aktuelle Beispiel hier und hier.

Pressemitteilung von Jugendtours: Klimaschutz und Klassenfahrten

Autor: Lukas / Jugendtours | 29.07.2019




 

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