Sie haben sich für eine Klassenfahrt aus unserem Sortiment entschieden und die Ankündigung löst bei den Schülern Freude aus. Für viele Eltern stellt sich jedoch schnell die Frage nach den Kosten. Klassenfahrten führen heute häufig nicht nur in die nähere Umgebung, sondern auch in deutsche Großstädte oder europäische Metropolen wie Berlin, Paris, London oder Rom. Hinzu kommen Fahrten an die Ostsee, an den Gardasee oder nach Dänemark.
Mit den vielfältigen Reisezielen sind auch die Anforderungen gestiegen. Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Eintrittsgelder in Museen und pädagogische Programmpunkte verursachen Kosten, die von Familien getragen werden müssen. Gleichzeitig sollen Klassenfahrten für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich bleiben, und das unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern.
Diese Kosten treffen in voller Breite die Eltern. Nicht alle Familien sind ohne weiteres in der Lage, diese zu stemmen. Gerade wenn mehrere schulpflichtige Kinder zu versorgen sind oder wenn das Familienbudget keine großen Sprünge zulässt, entsteht eine schwierige Situation. Damit kein Kind aus finanziellen Gründen auf eine Klassenfahrt verzichten muss, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung. Dazu zählen insbesondere Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT), Zuschüsse von öffentlichen Einrichtungen, Förderprogramme für bestimmte Reiseziele oder Themen sowie Hilfen von Stiftungen und Vereinen.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Fördermöglichkeiten es gibt und wie sich Klassenfahrten und Schulwanderungen erfolgreich finanzieren lassen.
Klassenfahrten sind zur Nebensaison meist deutlich günstiger als zur Hauptsaison. Eine Ersparnis von teilweise 40 EUR pro Person und mehr halten wir für möglich. Oftmals haben die Unterkünfte noch freie Kapazitäten und geben Rabatte z.B. in Form eines 4:3-Rabattes (vier Nächte schlafen, drei bezahlen) für anreisende Schulklassen, die wir gern weitergeben. Zum anderen sind jenseits der Hauptsaison auch Busunternehmen und Programmanbieter nicht voll ausgelastet, so dass auch hier mit Preisnachlässen gerechnet werden kann. Die Verfügbarkeit von Zusatzleistungen ist deutlich höher als zur Hauptsaison. Manche Unterkünfte bieten bei Anreise am Sonntag einen weiteren Nachlass (sichtbar im Buchungsschritt 2).
Bei Jugendtours finden Sie alle Aktionsrabatte im Aktionspreisrechner hier:
Günstige Klassenfahrt finden
Sollte die Schulfahrt dennoch in der Hauptsaison und in eine der Top-Metropolen Europas erfolgen müssen, z.B. weil die Schule dies so vorsieht, dann empfehlen wir Ihnen alternative Reiseziele mit ins Kalkül zu ziehen. Z.B. können Sie in Utrecht eine ähnliche schöne Grachtenrundfahrt unternehmen wie in Amsterdam, bezahlen allerdings in Utrecht für die Unterbringung und für diverse Programmangebote zum Teil deutlich weniger als in Amsterdam. Touristische Hochburgen sind in der Hauptsaison meist überbucht und dementsprechend teuer.
Ein Reisebus, der allein für Ihre Gruppe unterwegs ist, verursacht bei kleineren Gruppen hohe Kosten. Eine Möglichkeit, den Reisepreis zu senken, wäre den Reisebus gemeinsam mit einer anderen Schulklasse voll auszulasten. Ein normaler Reisebus hat ca. 50 Sitzplätze. Am besten ist es, Sie fragen in Ihrer Schule nach, ob es Parallelschulklassen gibt, die mit Ihnen auf Klassenfahrt gehen wollen. Oftmals können wir die Koordination übernehmen. Ganz nebenbei reduziert sich auch der ökologische Fußabdruck Ihrer Klassenfahrt erheblich.
Wenn Sie auf einen eigenen Reisebus verzichten können, werfen Sie doch einen Blick auf andere Anreisearten. Um Ihnen eine Übersicht zu geben, listet Jugendtours in den Buchungsschritten vergleichend alternative Anreisearten - Deutsche Bahn, Flixbus - mit anfallenden Kosten und Verfügbarkeiten in Echtzeit. Hier können Sie die Preise alternativen Anreisearten direkt miteinander vergleichen:
Klassenfahrten mit der Deutschen Bahn
Klassenfahrten mit dem Fernbus
Bei der Planung ist abzuwägen, wie lange die Reise dauern soll, um ohne Leerlauf die pädagogischen Ziele der Klassenfahrt und gewünschte Effekte für die Gruppenbildung erzielen zu können.
Klassenfahrten sind für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler eine der wenigen Möglichkeiten, eine längere Reise zu machen. Oftmals sind solche Jugendliche auch das erste Mal im Ausland unterwegs. Daher sollten Sie das Programm der Schulfahrt nicht zu knapp planen. Fragen Sie als Junglehrerin- bzw. Junglehrer einen erfahrenen "alten Hasen". Lehrerinnen und Lehrer, die viele Klassenfahrten gemacht haben, wissen, wo kostenlose Museen besucht werden können, sie kennen interessante Wanderungen und Möglichkeiten, eigene Ideen für die Teambildung einzubringen. Fragen Sie unbedingt auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Telefon. Wir beraten Sie gern!
Seien Sie kreativ: Sie haben viele Möglichkeiten, z.B.:
+ Nutzung traditioneller Quellen für die Klassenkasse wie Kuchenbasar, Flohmarkt oder Weihnachtsmarkt oder Organisation einer Diskothek.
+ Sponsorenlauf: ein an vielen Schulen bereits genutztes Instrument, für den guten Zweck zu sammeln: pro gelaufener Runde gibt es einen kleinen Obolus von den Sponsoren. Da kommen Teamgeist und Ehrgeiz ins Spiel und mancher Euro in die Klassenkasse.
Das Paket für Bildung und Teilhabe (BuT) der Bundesregierung, oftmals einfach Bildungspaket genannt, unterstützt einkommensschwache Familien. Für Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten kann der komplette Reisepreis getragen und direkt an den Leistungsanbieter bezahlt werden. Der Antrag sollte vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Eine Übersicht über alle allgemein gewährten Leistungen im Rahmen des Bildungspakets finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter Leistungen Bildungspaket.
Familien mit Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket können für ihre Kinder die Kosten einer Klassenfahrt fördern lassen. Voraussetzung ist, dass die Schülerinnen und Schüler eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung oder BAföG erhalten.
Zudem sollte mindestens einer der folgenden Aussagen zutreffen:
Das Team „Bildung und Teilhabe (BuT) Beratung“ hilft Ihnen auf der fünfsprachigen Internetseite www.but-beratung.de Leistungen zu beantragen. Wo Sie BuT-Leistungen vor Ort in Ihrem jeweiligen Bundesland beantragen und die entsprechenden Antragsformulare erhalten können, erfahren Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter Anlaufstellen Bildungspaket.
Wer einen Antrag auf Leistungen von Arbeitslosengeld, Bürgergeld oder Sozialgeld gestellt hat, braucht keinen gesonderten Antrag mehr zu stellen. Dies gilt auch für den analogen Anspruch nach dem AsylblG. Diese Anträge gelten gleichzeitig auch als Antrag auf BuT-Leistungen.
An vielen Schulen existiert ein Förderverein, in dem sich Eltern, Lehrer und ehemalige Absolventen für ihre Schule engagieren. Diese Fördervereine unterstützen häufig auf Anfrage bestimmte Projekte, die bei Klassenfahrten eine Rolle spielen, oder fördern einzelne Schüler auch finanziell, wenn sich die Eltern das nicht leisten können. Dieser Weg ist für die Eltern oft angenehmer zu beschreiten und erregt weniger Aufsehen.
Bei der Auswahl von Ziel und thematischer Ausrichtung einer Klassenfahrt bestehen verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Neben Zuschüssen durch Schulämter und öffentliche Einrichtungen können auch nationale und internationale Förderprogramme in Anspruch genommen werden.
Schulpartnerschaften, internationale Begegnungen und Austauschprojekte innerhalb Europas werden durch das Förderprogramm „Erasmus+“ unterstützt. Die Beantragung erfolgt in der Regel über die Schule. Informationen hierzu bietet der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz. Die Internetseite finden Sie hier:
Pädagogischer Austauschdienst
Hier finden sich insbesondere für Gedenkstättenfahrten und Studienreisen ausführliche Hinweise von öffentlichen Fördermitteln bis hin zur Förderung durch die Europäische Union:
www.bpb.de/partner/akquisos/143269/oeffentliche-foerdermittel
Gedenkstättenfahrten in Polen können Sie hier bezuschussen lassen:
Internationales Bildungs- und Begegnungswerk
Bei Studienreisen in eine Reihe von Ländern ist es möglich, bei bestimmten Trägern finanzielle Unterstützung zu beantragen, die in aller Regel an Projekte des Jugendaustauschs und klar definierte Voraussetzungen gebunden sind:
Deutsch-Polnisches Jugendwerk
Deutsch-Französisches Jugendwerk
Tandem (Tschechien)
Stiftungen der Bundesrepublik bieten für bestimmte Themen und Reiseziele Zuschüsse an, z.B.:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Wenn die Reise ohnehin auf bestimmte historische oder politische Schwerpunkte ausgerichtet sein soll, lohnt es sich zu prüfen, ob es Stiftungen gibt, die sich hier inhaltlich, organisatorisch und finanziell einbringen können.
Für eine Reise mit der Schulklasse in die deutsche Hauptstadt können unter bestimmten Voraussetzungen Fahrtkostenzuschüsse beim Bundesrat oder über den zuständigen lokalen Bundestagsabgeordneten beantragt werden. So unterstützt der Bundesrat Schulklassen und Jugendgruppen, die im Rahmen ihrer Reise an einer Informationsveranstaltung des Bundesrates teilnehmen. Die Fördervoraussetzungen und die Höhe der Zuschüsse richten sich nach den jeweils gültigen Richtlinien des Bundesrates. Aktuelle Informationen zu Förderbedingungen und Antragsverfahren finden Sie auf der Website des Bundesrates unter Richtlinien Fahrkostenzuschüsse Bundesrat und unter Klassenfahrt nach Berlin.
Darüber hinaus vergeben viele Bundestagsabgeordnete im Rahmen von Informationsfahrten nach Berlin begrenzte Kontingente an Fahrtkostenzuschüssen. Interessierte Lehrkräfte und Schulklassen sollten sich direkt an das Wahlkreisbüro ihres zuständigen Bundestagsabgeordneten wenden und aktuelle Fördermöglichkeiten erfragen. Die Kontaktdaten entnehmen Sie der Internetseite des Deutschen Bundestag unter www.bundestag.de/abgeordnete/.